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Der Andachtsweg II
 

Die Räume zwischen einer Kapelle und der nächsten sind fast niemals dem Zufall überlassen, sondern sind mit Absicht so gewählt, um die chronologischen Zeitabstände der Aktion und der am Heiligen Berg dargestellten Geschehnisse wiederzugeben, damit der Pilger trotz seines vom Aufstieg angestrengten Atmens die Gebete zur besonderen religiösen Andacht sprechen kann, wie zum Beispiel das Rosenkranzgebet. Am Heiligen Berg von Varese ist der Rhythmus der Erzählung auf dem Weg auch materiell durch symbolische Elemente, wie Bögen mit Statuen und Brunnen, ausgedrückt, die den Übergang von einem sakralen Thema zum nächsten bezeichnen.

Besonders bei den Heiligen Bergen, die umzäunt sind, ist der Zutritt zu dem Raum, in dem sich die Kapellen befinden, oft durch steinerne Portale markiert, die dem Ort die Atmosphäre einer geschützten Klause verleihen. Dadurch werden der profane und der sakrale Raum gleichermaßen gegenüber gestellt, auch wenn letzterer oft komplizierte, eindrucksvolle Formen eines Gartens einnimmt, wie beispielsweise in Orta.

Auf einigen Abschnitten des auf den Berg führenden Wegs hat der Pilger die Möglichkeit, die umliegende Landschaft zu bewundern, auf steinernen Sitzen, unter Lauben und an Brunnen zu rasten und sich zu stärken; andere Abschnitte sind so gestaltet, als ob sie dazu einlüden, sich von der religiösen Andacht nicht ablenken zu lassen. In diesen Fällen dienen die Bestimmung des Wegs, die Gestaltung der umgebenden Vegetation und sogar der Anstrich der Kapellenwände, der in die richtige Richtung der Erzählung weist, als wirksame Mittel, um den Blick und die Gedanken auf den Höhepunkt des heiligen Pfads auszurichten.

Bei allen Heiligen Bergen ist das Ziel durch ein Gebäude markiert, das in seiner architektonischen Gestaltung oder in seinem künstlerischen Gehalt besonders hervorragt und eine Art von Apotheose des Höhepunkts darstellt, das heißt einen Ort, an dem die spirituelle, emotionale und ästhetische Erfahrung ihren Höhepunkt erreicht. Die Kapellen des Paradieses, die Szenen von Christi oder Mariä Himmelfahrt, des Triumphes der Gemeinschaft der Heiligen, eine Kirche oder ein Gebäude mit besonderen Formen: All dies sind Elemente, die zu dem Bewusstsein beitragen, am Ende eines Bußweges angelangt zu sein.


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Texte von:
F. Fontana, R. Lodari, P. Sorrenti, Luoghi e vie di pellegrinaggio. I Sacri Monti del Piemonte e della Lombardia, 2004, herausgegeben vom Dokumentationszentrum für Sacri Monti, Kalvarienberge und Europäische Andachtsstätten.

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