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Umgebung und Landschaft II
 

Im Bereich des Heiligen Bergs verwandelt sich das Grün und passt sich an die religiösen Botschaften an, die überbracht werden sollen. Es sind sehr unterschiedliche Situationen anzutreffen, so als ob jedes Beispiel ein Fall für sich wäre.

Bei den einfacheren Landschaftsmodellen, wie in Belmonte, Domodossola, Crea und Ghiffa, begleitet das pflanzliche Element den Andachtsweg. Der Naturbelassenheit des Waldes fällt die Aufgabe zu, die Architektur mit der Umgebung integrieren. In Crea ist der Wald rund um die Kapellen auch aus botanischer Sicht besonders bedeutsam, da er auf einen sehr alten Bestand natürlicher Vegetation zurückgeht, die in diesem Gebiet im Lauf der durch die Jahrhunderte stattgefundenen Umwandlung der Landschaft in ein Weinbaugebiet beinahe überall verschwunden ist. Die bewaldeten Hänge dieser Heiligen Berge sind somit Naturgebiete, in denen der Pilger der heutigen Zeit nicht nur Anlass zum Insichgehen und Nachdenken findet, sondern auch besonders reizvolle Landschaften bewundern kann. Im Gegensatz zwischen Norden und Süden, zwischen Licht und Schatten der Abhänge zeigen sich besondere landschaftliche Situationen, die facetten- und kontrastreich zur ursprünglichen Bedeutung von Einsiedeleien symbolisch zurückführen.

Am Heiligen Berg von Varese überwiegen die konstruierten Formen und die Anlage, in der der Weg durch seine monumentale Größe den gesamten sakralen Raum einnimmt, erlaubt fast überall die Sicht nach außen auf den darunter liegenden Wald und den See.

Auch in Ossuccio ist dem Kapellenweg weitaus mehr Platz eingeräumt als der Grünfläche. Diese besteht vorwiegend aus zum Comersee schauenden Terrassen, die von rustikalen Trockenmauern eingegrenzt sind und auf denen früher Ulivenhaine und Weingärten angelegt waren.

In der Gebirgslandschaft, in der der Heilige Berg von Oropa angelegt wurde, konnten die Orte und die lokale Vegetation nicht verändert werden, in der sich hohe Buchen- und Tannenwälder mit Weideflächen abwechseln. Die einfache Kulisse aus Nadelbäumen, die den Heiligen Berg optisch von der daneben liegenden Wallfahrtskirche trennt, ist das einzige Zugeständnis zur Geländegestaltung, die anderswo das Landschaftsbild sehr stark geprägt hat.

Besonders bei den Heiligen Bergen von Varallo und Orta dienen die botanischen Formen zur Unterstützung eines Projekts der Landschaftsgestaltung, in dem das pflanzliche Element gleich dem Weg, der Architektur, der Gemälde und der Statuen zur Erzählung des Ereignisses beiträgt, welches das religiöse Thema der Kapellen darstellt. Hecken, Beete, Alleen mit Bäumen in strategischem Abstand führen den Pilger entlang des Andachtswegs und begleiten ihn bis zum Ziel, fast als ob sie ihn von profanen Ausblicken auf die umgebende Landschaft abhalten wollten.

In Varallo, der idealen Stadt des Alessi, hat die Gestaltung der Grünanlagen ein hohes Niveau erreicht und ist jenen ähnlich, die auf den Plätzen und Wegen der Stadt anzutreffen sind. Der Heilige Berg des Hl. Franziskus in Orta ist hingegen in Form eines Gartens angelegt, in dem sich Hecken und große Bäume abwechseln und eine dimensionale Beziehung zu den Kapellen zugunsten des pflanzlichen Elements herstellen, wodurch die in den Predigten des Heiligen vorwiegend behandelten Themen unterstrichen werden, der die Natur als Ausdruck der unermesslichen Schönheit der Schöpfung sah.


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Texte von:
F. Fontana, R. Lodari, P. Sorrenti, Luoghi e vie di pellegrinaggio. I Sacri Monti del Piemonte e della Lombardia, 2004, herausgegeben vom Dokumentationszentrum für Sacri Monti, Kalvarienberge und Europäische Andachtsstätten.

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