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Die Kunst als Zeugnis der Wirklichkeit
 

Den Malern und Bildhauern, die sich in der Kunst übten, die Gläubigen durch Szenen mit der Darstellung religiöser Geschehnisse in den Kapellen zu belehren, gelang es, trotz Beeinflussung durch die Regeln der kirchlichen Behörden ihren künstlerischen Genius auch dadurch unter Beweis zu stellen, dass sie Kultur und Tradition der Orte wiederzugeben vermochten.

In den Figuren, den Stätten und den Objekten spiegelte sich eine Realität wider, die die Fantasie des Betrachters unmittelbar beflügelte, da sie eine kontinuierliche Beziehung zwischen der idealisierten Vorstellung jener ferne Orte, wo sich das historische Ereignis begeben hatte, und den bekannten Orten der vertrauten Umgebung herstellten.

Zur damaligen Zeit war die Verknüpfung dieser beiden Elemente gewiss ein wirksames, ausdrucksvolles Mittel, um die an so fernen Orten vorgefallenen Geschehnisse in belehrende Beispiele umzuwandeln und um den Pilger dadurch emotional einzubinden, dass er darin seine alltägliche Umgebung wiedererkannte und sich selbst als Teilnehmer der dargestellte Szene empfand.

Heute sind für uns die Statuen, die Kleider und Perücken, die sie bedecken, die Möblierung, die Tiere und die Gegenstände der Figuren, die in den Kapellen der Heiligen Berge dargestellt sind, bedeutende Zeugnisse jener historischen Epoche. Trotz der unterschiedlichen szenografischen Gestaltung und der verschiedenen, von den Künstlern verwendeten Techniken und Materialien sind die Kleider, Schuhe und Gegenstände, mit denen die Statuen ausgestattet sind, oft getreue Nachahmungen der Mode und der damals üblichen Bekleidung.

Gesichter, Haltungen, Ausdrücke, Gesten und sogar Krankheitssymptome sind eine Art echter Abbildung der damaligen Umstände der lokalen Bevölkerung, die oft als Modell für die auf den Heiligen Bergen tätigen Künstler diente. In gleicher Weise öffnen uns Gegenstände, wie Geschirr, Zaumzeug, Handwerkszeug, Musikinstrumente, Waffen und Gerätschaften der verschiedensten Art gleichsam ein Fenster auf Sitten, Bräuche und Lebensbedingungen der damaligen Zeit.

Wenn diese Einbeziehung der Wirklichkeit in die szenischen Darstellungen den psychologischen Prozess der persönlichen Identifikation des Menschen der damaligen Zeit stark beeinflusste, sind alle der Vorstellungskraft der Maler und Bildhauer entsprungenen Einzelheiten für den Besucher von heute oft auch sehr seltene Zeugnisse für die Entwicklung der Technik und Schlüssel zur Kenntnis von Sitten und Bräuchen derjenigen, an die die religiöse Botschaft gerichtet war.



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Texte von:
F. Fontana, R. Lodari, P. Sorrenti, Luoghi e vie di pellegrinaggio. I Sacri Monti del Piemonte e della Lombardia, 2004, herausgegeben vom Dokumentationszentrum für Sacri Monti, Kalvarienberge und Europäische Andachtsstätten.

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