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Datebank des Dokumentationszentrums
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Die architektonischen Modelle
 

Die hundertsechzig Kapellen, die die Anlagen der Heiligen Berge umfassen, bestehen meist aus einem zentralen Gebäude mit viereckigem, rundem oder polygonalem Grundriss. Einige haben einen Pronaos oder eine kleine Vorhalle, andere einen rundum führenden Bogengang, um dem Pilger bei seiner Andacht vor der dargestellten Szene Schutz zu bieten. Die architektonische Gestaltung ahmt in ihrem formellen Ausdruck die in der späten Renaissance entstandenen Werke des Alessi in Varallo nach, unterscheidet sich aber von Ort zu Ort durch den Stil und durch besondere konstruktive Details.

Im System der Heiligen Berge, das als Ergebnis einer umfassenden, durch die Tätigkeit eines gleichen Kreises von Künstlern entstandenen Emulation gesehen werden kann, ist der Heilige Berg von Varese einzigartig in seiner architektonischen Ausdruckskraft und in seiner formellen Vollständigkeit. Das von Giuseppe Bernasconi, dem sogenannten Mancino, ausgearbeitete Projekt wurde im Vergleich zu den anderen Anlagen in sehr kurzer Zeit ausgeführt, da es im lokalen Klerus und Adel auf Einverständnis gestoßen war. Die vierzehn zwischen 1604 und 1680 im barocken Stil errichteten Kapellen haben größere Ausmaße, denn es handelt sich hier nicht mehr um einfache Bauten in traditioneller Weise, sondern um einzelne Tempel mit verschiedenen Grundrissen, deren Vorhallen von Kuppeln überdacht sind und das Licht durch die Laternen einlassen.

Die zwanzig Kapellen auf dem Hügel über dem Städtchen Orta, die der Darstellung des Lebens des Heiligen Franziskus gewidmet sind, wurden nach einem Projekt des Franziskanerpaters Cleto da Castelletto Ticino im manieristischen Stil erbaut, in Anlehnung an Modelle der späten Renaissance oder unter Aufgreifen lokaler Traditionen.

In Crea ist die architektonische Gestaltung der dreiundzwanzig Kapellen, die dem Leben der Jungfrau Maria gewidmet sind, stilistisch nicht herausragend, sondern fügt sich harmonisch in die ländliche, waldige Umgebung ein. Die Kapellen sind vorwiegend im rechten Winkel zum Weg angeordnet, haben einen kleinen Portikus und verleihen dadurch der Prozession eine Art Rhythmus, indem sie den Pilger auf die nächste Station des Andachtswegs verweisen. Nur die letzte sogenannte Kapelle des Paradieses gilt als optischer Bezugspunkt des Heiligen Berges und unterscheidet sich in Art und Größe von den anderen Gebäuden. Zwei Treppen führen zum höchsten Punkt der Erhebung, auf der ein großes zylinderförmiges Gebäude mit Bogengang und doppelter Höhe errichtet ist, das auf dem bereits in Varallo, Orta und Oropa angewendeten Modell des Alessi beruht.


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Texte von:
F. Fontana, R. Lodari, P. Sorrenti, Luoghi e vie di pellegrinaggio. I Sacri Monti del Piemonte e della Lombardia, 2004, herausgegeben vom Dokumentationszentrum für Sacri Monti, Kalvarienberge und Europäische Andachtsstätten.

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